02
September
2017

ALFF e.V. bei Arbeit und Leben Sachsen

Bildungspolitischer Diskurs in Leipzig

Bericht Leipzig kdk 1Vom 20. – 22. Juni 2017 waren 18 Mitglieder der Freunde und Förderer von ARBEIT UND LEBEN (ALFF) anlässlich des jährlichen Bildungspolitischen Diskurses in Leipzig bei Arbeit und Leben Sachsen e.V. zu Gast. Das dreitägige Seminar stand unter dem Titel „Bildungspolitische As­pekte und bildungspraktische Akzente - Die Bildungsarbeit Arbeit und Leben Sachsen“.

Das Seminar hatte drei Schwerpunkte: 1. die aktuelle Bildungsarbeit von AL Sachsen, 2. die Friedliche Revolution und die darauf aufbauenden Entwicklungen, sowie 3. die Industriegeschichte Leipzigs.

In den Berichten aus der vielfältigen Bildungsarbeit von AL Sachsen wurde der Fokus insbesondere auf das Engagement im Bereich Willkommenskultur gelegt. Aus der Arbeit berichteten Frank Schott, Geschäftsführer von AL Sachsen, Stefan Grande, stellv. Ge­schäftsführer AL Sachsen, Andreas Wenig, Fachbereichsleiter AL Sachsen, und Dr. Fouad Ri­kabi, Pädagogischer Mitarbeiter AL Sachsen.

Beispielsweise wurde dabei über Wegweiserkurse für Asylsuchende in Erstaufnahmeeinrichtungen, die Begleitung der Berufsausbildung von MigrantInnen und Geflüchteten, die Unterstützung von Migranten auf dem Weg in die Arbeit durch sog. Arbeitsmarktmentoren informiert.

Politische BildnerInnen, die in Leipzig zu Gast sind, kommen nicht umhin, sich mit der beson­deren Rolle Leipzigs in der friedlichen Revolution des Jahres 1989 auseinanderzu­setzen. Gisela Kallenbach, Bürgerrechtlerin und ehem. Europa- und Landtagsabgeordnete war als Zeitzeugin eine eloquente Führerin durch die Stadt. „Leipzig – Von der Friedlichen Revolu­tion in die Gegenwart“ war der Titel des Rundgangs, bei dem bedeutende Orte der Friedli­chen Revolution, wie bspw. die Stasi-Zentrale, besucht wurden. Gisela Kallenbach schilderte eindrucksvoll die Lebens- und Arbeitssituation der 1980er Jahre und die Verhältnisse, die schließlich in die Friedliche Revolution mündeten.

Fortgesetzt wurde dieses Thema beim abendlichen Gespräch mit Ursula-Marlen Kruse, Lan­desvorsitzender der GEW, und Christian Wolff, Pfarrer i.R. der Thomaskirche Leipzig. Die Entwicklungen ab 1989 bis in die Gegenwart, die aktuelle soziale und politische Situation in Leipzig ebenso wie in Sachsen insgesamt wurden diskutiert. Die politische Kultur und zivilge­sellschaftliche Strukturen im Leipzig der Gegenwart wurden nicht ausgespart. Auch die Bil­dungspolitik im Freistaat Sachsen kam nicht zu kurz.

Am 22.6.2017 bot eine Bootstour auf dem Karl-Heine-Kanal und der Weißen Elster einen völlig anderen (sehr schönen) Blick auf die Stadt Leipzig und einen Einblick in ihre Industrie­geschichte. Unter der Überschrift „Plagwitz - Revitalisierung eines innerstädtischen Misch­gebietes“ ging es um die industrielle Erschließung des Westteils der Stadt durch den Indu­striellen Dr. Karl Heine und die Entwicklung während der DDR-Zeit. Darüber hinaus gab die Rundfahrt einen Einblick in die Revitalisierung der Stadtteile Plagwitz und Schleußig ab den 1990er Jahren, insbesondere als Wohn- und Künstlerviertel.

In der Schlussauswertung wurde deutlich, wie sehr den Teilnehmenden die drei Schwer­punkte des Seminars gefallen haben. Jedes einzelne der Themen, aber vor allem auch der Zusammenhang zwischen diesen haben einen fundierten Einblick in die Arbeit und Arbeit und Leben Sachsen und deren Hintergründe ermöglicht. Die Teilnehmenden bedankten sich bei den Mitarbeitenden von Arbeit und Leben Sachsen ausdrücklich für ihr Engagement und wünschten ihnen weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit.

Dr. Karin Derichs-Kunstmann