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Steine der Macht - wenn die Politik der Bauherr ist

Veranstaltung

Titel:
Steine der Macht - wenn die Politik der Bauherr ist
Wann:
Montag, 9. Juli 2018, 09:00 Uhr - Freitag, 13. Juli 2018, 17:00 Uhr
Landesorganisation:
ARBEIT UND LEBEN Berlin
Seminarnummer:
18-56027
Teilnahmebeitrag:
Teilnahmebeitrag: 130,- Euro, ermäßigt 65,- Euro (Teilverpflegung)
Ort:
Ort:
Seminarleitung:
Seminarleitung: Andreas Gudat-Wengenroth, Anne Wengenroth

Beschreibung

Berliner Flughafen, Berliner Stadtschloss, Hamburger Elbphilharmonie, Stuttgart 21 und, und und...Wo der Staat baut, laufen Kosten und Zeitplanung oft hemmungslos aus dem Ruder. Ist das nur Zufall? Wie sah es früher aus? Wenn die politische Macht baute, so standen in aller Regel neben der eigentlichen Nutzung des Bauwerkes auch die Repräsentation und der Denkmalcharakter im Vordergrund.

In Berlin finden sich trotz des Zweiten Weltkrieges und des Kahlschlags der sechziger Jahre immer noch viele steinerne Zeugnisse, wie sich Politik, Macht und auch Geld in früheren politischen Systemen verewigt haben. An diesen Bauten kann man neben den architektonischen Höhen- und Tiefpunkten viel über das Selbstverständnis der einzelnen politischen Phasen der deutschen Geschichte ablesen.

Aufstrebende Stadtwerdung in Mitte mit dem Stadtschloss, der Humboldt-Universität und der alten Bibliothek in der brandenburgisch-preußischen Zeit zeigen nicht nur einen anderen künstlerischen Baustil, sondern sind auch gesellschaftspolitisch abgegrenzt zu Bauwerken der nachfolgenden Herrscher.

Im deutschen Nationalstaat bringt die Industrialisierung Veränderung. Hier konkurrieren die wirtschaftlich und politisch gestärkten Bürger*innen mit ihren imposanten Rathäusern wie etwa in Charlottenburg und Schöneberg plötzlich mit der Architektur der kaiserlichen Macht.

Staatlich geförderter Wohnungsbau der Weimarer Republik und neue Verwaltungs- und Nutzbauten setzen nicht nur architektonisch, sondern auch politisch neue Marken in die Berliner Stadt. Stilbildend dabei: Das Bauhaus und die Hufeisensiedlung.

Anonymisierender Gigantismus wird im Nationalsozialismus propagiert und auch teilweise umgesetzt. Zum Glück verhinderte der Verlauf des Zweiten Weltkriegs die Umsetzung von Hitlers Phantasieorgie: 'Germania'. Geblieben sind aber die Kostproben, wie etwa der Flughafen Tempelhof und das Gebäude unseres heutigen Finanzministeriums.

Ost und West in Berlin gehen jeweils andere aber durchaus auch vergleichbare Wege, wenn politisch gebaut wird. Die Wohnungsbauprogramme der 50er Jahre, 'Stalin-Allee' und 'Hansaviertel', sind legendär und verraten viel über das politische Klima dieser Zeit.

Auch nach der Vereinigung markiert die Politik mit ihren eigenen Bauprojekten den Anspruch auf Präsentation und Erinnerungsort, so z.B. wird das Kanzleramt immer mit Helmut Kohl und seiner politischen Ära verbunden bleiben.

Aber auch ganz aktuell werden uns Stadtschlossreplik und der Berliner Flughafen BER in diesem Seminar vor Ort politisch beschäftigen. Bauen ist in Berlin immer politisch!


Für die Seminar wird Ihnen der Bescheid über die Anerkennung als Bildungsurlaub circa sechs Wochen vor Seminarbeginn zugeschickt. Soweit nicht anders angegeben, finden die Seminare bei ARBEIT UND LEBEN, Kapweg 4, 13405 Berlin, Nähe U-Bahnhof Kurt-Schuhmacher-Platz, statt. Bei einigen Seminaren können Fahrtkosten für den ÖPNV und/oder Eintrittspreise für ausgewählte Seminarpunkte hinzukommen. Die meisten Seminare sind sehr laufintensiv und nicht barrierefrei.